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Blasenschwäche

Mehrere Millionen Menschen in Deutschland leiden unter Blasenschwäche, in Fachkreisen als Inkontinenz bezeichnet. Den Harn nicht mehr halten zu können, bereitet Betroffenen große Qualen und führt oft in die selbstgewählte Isolation, um das Manko zu verbergen. Geschätzte 40 bis 60 Prozent der Frauen haben nach den Wechseljahren (Menopause) Probleme mit dem Wasserhalten. Besonders die so genannte Stress- und die Dranginkontinenz machen Betroffenen zu schaffen.

Stressinkontinenz: Harnverlust beim Niesen, Lachen, Husten

Eine Stressinkontinenz macht sich anfangs durch den tröpfchenweisen Verlust von Harn bei körperlicher Belastung, beim Niesen, Lachen und Husten bemerkbar. Als Ursachen kommen eine Schwäche des Beckenbodens in Frage, ein Mangel an Östrogenen in und nach den Wechseljahren sowie eine Senkung der Gebärmutter, die dann auf die Blase drückt. Behandeln kann man das Leiden mit dem so genannten Beckenbodentraining, das, regelmäßig angewandt, den Beckenboden kräftigt. Laut einer norwegischen Studie ist es die wirksamste Methode gegen die Stressinkontinenz. Zum Einsatz kommen außerdem äußerlich in Form von Salben anzuwendende Östrogene, das Biofeedback-Verfahren und die so genannte Elektrostimulation.

Kontrolle über die Blase wiedergewinnen

Mit Hilfe des Biofeedbacks erlernt die Patientin eine bessere Kontrolle über die Muskeln ihres Beckenbodens. Spannt sie die Muskeln an, hört sie einen Ton und bekommt damit die Rückmeldung, richtig gehandelt zu haben. So lernt sie, diese Körperfunktion wieder richtig einzuschätzen. Über eine Elektrostimulation trainiert man die Muskeln des Beckenbodens. Sie zeigt Wirkung: Die kräftigere Muskulatur kann nun den Blasenschließmuskel besser beeinflussen. In Frage kommt auch eine Operation. Verschiedene Verfahren gehören heute zur ärztlichen Routine und bringen meist anhaltend den gewünschten Erfolg.

Ursache der Dranginkontinenz

Bei einer Dranginkontinenz geht willkürlich Harn ab, verbunden mit einem intensiven Harndrang. Die Ursachen findet man hier in Alterungsprozessen des Zentralen Nervensystems oder in Erkrankungen der Blase. Bei dieser Form greifen Arzneimittel, so genannte Anticholinergika, die das Zusammenziehen der Harnblasen-Muskulatur hemmen, und ein Toilettentraining.

Gesunden Toilettenrhythmus erlernen

Bei diesem Training soll sich die Blase wieder einen gesunden Rhythmus angewöhnen, um sich zu entleeren. Zunächst gehen die Patienten alle zwei Stunden zur Toilette, gleichgültig ob sie gerade müssen oder nicht. Dann werden die Abstände zwischen den einzelnen Gängen vergrößert. Erfolge zeigen sich, vorausgesetzt der Patient arbeitet gut mit, schnell und anhaltend. Die Blase lernt wieder, das Wasser zu halten.

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